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01.01.2006

Neujahr: Papst fordert Frieden

Papst Benedikt XVI. hat zum Neuen Jahr an die Staatengemeinschaft appelliert, sich für Frieden und die Achtung der Menschenwürde einzusetzen. Bei einem Festgottesdienst im römischen Petersdom zum Weltfriedenstag forderte er "im Namen Gottes die Gestaltung einer Welt, in der die grundlegenden Rechte aller Menschen respektiert werden". Die katholische Kirche begeht seit 40 Jahren alljährlich am Marienfeiertag des 1. Jänner auch den Weltfriedenstag.

Mit Blick auf die zahlreichen Konfliktherde und den Terrorismus sagte der Papst bei der Messe in Anwesenheit des beim Vatikan akkreditierten Diplomatischen Corps, es sei notwendiger denn je, dass sich alle gemeinsam für den Frieden einsetzen. Insbesondere forderte Benedikt XVI. mehr Anstrengungen für eine dauerhafte und gerechte Friedenslösung im Nahen Osten. Ein Friede zwischen Israelis und Palästinensern könne nur dauerhaft sein, wenn er auf der Achtung der Würde jeder Person beruhe, sagte er.

"Ich bin fest überzeugt, dass durch die Achtung der menschlichen Person der Friede gefördert wird, und dass mit der Herstellung des Friedens die Voraussetzungen für einen ganzheitlichen Humanismus geschaffen werden", betonte der Papst. Insbesondere die Christen hätten die Aufgabe, sich unermüdlich für Frieden einzusetzen und die unveräußerlichen Rechte des Menschen zu verteidigen.

"Ein Krieg im Namen Gottes ist niemals gutzuheißen!" Diese Überzeugung, so Papst Benedikt XVI. in seiner diesjährigen Weltfriedensbotschaft, müsse "in aller Klarheit bekräftigt werden". Ebenso sei jede Gottesvorstellung "inakzeptabel", die "zur Anwendung von Gewalt anspornt". Wo immer eine solche Gottesvorstellung die Grundlage "verbrecherischer Handlungen" bilde, sei dies ein Zeichen dafür, dass es sich bereits um "Ideologie" handle, betonte der Papst.

Weiters hob der Papst in seiner Botschaft hervor, dass ein "echter und haltbarer Friede" die Achtung der Menschenrechte voraussetze. Wo diese jedoch "auf ein schwaches Menschenbild gründen" und nicht mehr auf ihrem "natürlichen Fundament" der von Gott gegebenen Würde ruhen, drohe ihre Aushöhlung. Dies müsse auch den internationalen Organen wie den Vereinten Nationen immer wieder neu bewusst gemacht werden, damit sie nicht in eine "nur positivistische Interpretation dieser Rechte" abgleiten.

Anerkennung des natürlichen Rechts

Der Friede sei "Gabe und Aufgabe zugleich", heißt es in der Weltfriedensbotschaft. Als "Geschenk Gottes" erweise sich der Friede dort, wo er sich in der Fähigkeit zeige, "nebeneinander zu leben und Beziehungen der Gerechtigkeit und der Solidarität zu knüpfen". Das Bemühen um Frieden verweise auf eine dem Menschen und der Welt eingeschriebene "'transzendente Grammatik'".

Das "natürliche Recht" müsse vor diesem Hintergrund "als eine Berufung angenommen werden, den universalen göttlichen Plan treu zu verwirklichen", so Benedikt XVI. Die Achtung dieses dem Menschen eingeschriebenen Rechts bilde dabei "die große Basis für den Dialog zwischen den Gläubigen der verschiedenen Religionen und zwischen Gläubigen und Glaubenslosen". In der Achtung und Anerkennung des natürlichen Rechts bestehe somit die "fundamentale Voraussetzung für einen authentischen Frieden".

Gewalt gegen Christen

Der Kirche kommt laut Benedikt XVI. eine besondere Aufgabe im Lebensschutz sowie im Schutz der Religionsfreiheit zu. Das Leben sei ein "Geschenk, über das das Individuum kein vollständiges Verfügungsrecht besitzt", heißt es in der Botschaft. Ebenso stelle auch die Religionsfreiheit ein Grundrecht dar, das den Menschen "der menschlichen Willkür entzieht". Der Friede bedarf demnach, so der Papst, einer "klaren Grenzlinie zwischen dem, was verfügbar, und dem, was nicht verfügbar ist".

Als "Besorgnis erregendes Symptom für den Mangel an Frieden in der Welt" bezeichnete der Papst weiterhin die Gewalt und Unterdrückung, die auch Christen mancherorts erfahren müssen. So gebees sowohl "Regime, die allen eine Einheitsreligion aufzwingen", so Benedikt XVI., als auch "religiös indifferente Regierungen", die zwar nicht eine gewaltvolle Verfolgung Gläubiger betreiben, wohl aber eine "systematische kulturelle Verhöhnung religiöser Überzeugungen begünstigen". Auf diese Weise werde das Grundrecht der Religionsfreiheit missachtet und eine Kultur gefördert, "die dem Frieden abträglich" sei.

Ökologie des Friedens

Von größter Wichtigkeit für den Frieden sei weiterhin die "Anerkennung der wesentlichen Gleichheit unter den Menschen", die der "transzendenten Würde" des Menschen entspringe. Besonders hob der Papst dabei die "unzureichende Beachtung der Lage der Frau" hervor, die häufig ausgebeutet und "wie ein Objekt behandelt" werden.

Als weitere Bedingung für einen sozialen Frieden nannte der Papst einen rücksichtsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Wenn der Menschheit "der Frieden am Herzen liegt", so Benedikt XVI., erkenne der Mensch auch den engen Zusammenhang zwischen Umwelt und Mitmensch. So zeige die Erfahrung, "dass jede Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt dem menschlichen Zusammenleben Schaden zufügt und umgekehrt". Es müsse darum gehen, so der Papst, "eine Humanökologie ins Leben zu rufen, die dem 'Baum des Friedens' zum Wachstum verhilft".

Krieg ist "schwerer Verlust an Menschlichkeit"

Scharf wandte sich der Papst gegen die Missachtung des "humanitären Völkerrechts" vor wenigen Monaten im Libanon, wo die "Pflicht, schuldlose Opfer zu schützen und ihnen zu helfen und die Zivilbevölkerung nicht einzubeziehen", nicht eingehalten wurde.

Im Zusammenhang mit dem "Übel des Terrorismus" müsse außerdem ein "vertieftes Nachdenken" stattfinden über die "ethischen Grenzen, die den Einsatz heutiger Mittel zum Schutz der nationalen Sicherheit betreffen". Der Krieg, so der Papst weiter, stelle "immer einen Misserfolg für die internationale Gemeinschaft dar" und bedeute einen "schweren Verlust an Menschlichkeit". Wenn es jedoch trotzdem zu Kriegshandlungen komme, so sei es notwendig, durch eine "Aufstellung von Verhaltensnormen" die Schäden so weit wie möglich zu begrenzen.

Ebenso verurteilte der Papst die unlängst geäußerten Absichten einiger Staaten, sich mit Nuklearwaffen auszurüsten. Dies verbreite ein "Klima der Unsicherheit und der Angst" und werfe die Menschheit "zurück in die zermürbenden Ängste der Epoche des Kalten Krieges", heißt es in der Botschaft. Der Friede könne nur gesichert werden, wenn es nicht nur zu einer Einhaltung der internationalen Übereinkünfte über die Nicht-Verbreitung von Nuklearwaffen komme, sondern darüber hinaus auch zu ihrem "endgültigen Abbau", so Benedikt XVI.: "Das Schicksal der gesamten Menschheitsfamilie steht auf dem Spiel!" (kathweb)

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